Die Steuerberatungs- und Rechtsanwaltskanzlei WITTMANN ▪ DR. GLEUMES ist im Jahr 2005 aus der Steuerberaterpraxis Udo Wittmann und der Rechtsanwaltskanzlei Dr. Thomas R. Gleumes hervorgegangen.

Wir verstehen uns als dienstleistungsorientierter Beratungspartner des Mittelstandes im Bereich der Steuerberatung und Rechtsberatung. Unsere Schwerpunkte setzen wir im Steuerrecht, Handels- und Gesellschaftsrecht sowie im Erbrecht.

Wir halten die Zusammenarbeit von Rechtsanwälten mit Steuerberatern und umgekehrt in der heutigen Zeit für unabdingbar.

Für eine umfassende und sachgerechte Beratung bedürfen Rechtsanwälte oftmals des Fachwissens auch anderer Disziplinen. Besonders häufig gilt es steuerliche Konsequenzen einer vorgeschlagenen rechtlichen Gestaltung zu bedenken. Unkenntnis in diesem Bereich führt zu Beratungsfehlern, wie das folgende Beispiel aus der familienrechtlichen Beratung zeigt:

Rechtsanwalt R, der eine Einzelpraxis betreibt, vertrat im Jahr 2004 A. in einem Scheidungsverfahren. Das Ehepaar A. und B. lebte im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft. Der Ehemann A. erwarb im Jahr 1997 für umgerechnet 100.000 € ein Grundstück zum alleinigen Eigentum. Die Ehe wurde in 2004 geschieden. Der Zugewinnausgleichsanspruch der geschiedenen Ehefrau B. betrug unstreitig 250.000 €. Da A. das Geld nicht sofort verfügbar hatte, riet ihm R., der Einfachheit halber B. zur Abgeltung des Zugewinnausgleichsanspruches das Grundstück, das im Übertragungszeitpunkt einen Verkehrswert von 250.000 € hatte, zu übertragen. A. befolgte den Rat. Erst bei Erstellung der Steuererklärung durch den Steuerberater S erfuhr der überraschte A., dass er die Übertragung des Grundstücks an B. nach § 23 EStG zu versteuern habe. A. hatte das Grundstück seinerzeit für 100.000 € erworben und später für 250.000 € an seine geschiedene Ehefrau übertragen. Da diese Übertragung innerhalb von 10 Jahren nach Anschaffung erfolgte, lag damit ein steuerpflichtiges privates Veräußerungsgeschäft gemäß § 23 EStG vor. Die Differenz in Höhe von 150.000 € zwischen dem Wert zum Zeitpunkt der Übertragung an die B. und dem Anschaffungswert im Jahr 1997 stellte dem zu versteuernden Gewinn dar. Was R. nicht wusste und bei der Beratung völlig übersehen hatte: nach höchstrichterlicher Rechtsprechung (BFH, NJW-RR 2003, 534) stellt die Übereignung eines Wirtschaftsgut oder eines Vermögenswerts an einen Ehegatten, dem infolge der scheidungsbedingten Auflösung der Zugewinngemeinschaft ein Ausgleichsanspruch zusteht, einen entgeltlichen Vorgang dar, der auch nach steuerrechtlichen Vorschriften zu beurteilen ist. Hätte R. den A. vor der Übertragung des Grundstücks auf den Anfall der Steuer hingewiesen, so hätte dieser alternativ mit B. Ratenzahlung vereinbart oder einen Kredit zur Abgeltung des Zugewinnausgleichsanspruches aufgenommen. Die Steuerbelastung wäre vermieden worden.

Gleiches gilt auch für das Berufsbild des Steuerberaters. So ist eine ausführliche Beratung in erbschaftsteuerlicher Hinsicht unbefriedigend, wenn die steuerliche Gestaltung dem Zivilrecht entgegensteht und damit Folgen auslöst, die der Erblasser so nie gewollt hat.